IfL veröffentlicht Karte der deutschen Fahrradhersteller

Dr. Peter Wittmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Länderkunde

Die Hersteller von Fahrrädern für den Massenmarkt haben ihren Sitz meist in kleineren Städten. Individuelle Bikes im höheren Preissegment werden dagegen hauptsächlich von kleineren Betrieben in den Ballungsräumen gefertigt. Das zeigt die Karte der deutschen Fahrradhersteller, die das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) jetzt auf „Nationalatlas aktuell“ veröffentlicht hat.

Fahrradhersteller 2014 © IfL 2005

Fahrradhersteller 2014 © IfL 2005

Die meisten Fahrräder „Made in Germany“ stammen demnach von neun Großherstellern, die teilweise zu internationalen Konzernen gehören und überwiegend in kleineren Städten oder im ländlichen Raum angesiedelt sind. Sie bedienen den Massenmarkt und bieten Einsteigermodelle bereits für wenige hundert Euro an. Viele der Klein- und Kleinstproduzenten haben sich dagegen in Produktnischen etabliert und konzentrieren sich auf spezialisierte Marktsegmente. Sie produzieren hochwertige Rennräder, exklusive Mountainbikes, Designerräder und Spezialräder wie Liege-, Transport- oder Lastenräder, die je nach Ausstattung mehrere tausend Euro kosten können. Unabhängig vom Preis stammen bei Fahrrädern „Made in Germany“ viele Teile aus dem Ausland, oft werden sie auch im Ausland montiert oder vormontiert. In Deutschland verbleiben in der Regel Entwicklung und Design des Rades.

Wie weitere Grafiken des IfL verdeutlichen, hat die Branche mit einem Rückgang der Produktion wie auch der Beschäftigtenzahlen zu kämpfen. „Während die Produktion im westlichen Europa schrumpft, ist eine Verlagerung nach Osten zu beobachten“, erläutert Prof. Dr. Joachim Burdack vom Leibniz-Institut für Länderkunde. Im Aufwind seien etwa Polen oder Bulgarien. Dennoch konnte Deutschland seine Position als zweitgrößter Fahrradproduzent in der EU nach Italien behaupten. In den beiden Ländern wurden 2013 zusammen über 40 Prozent aller in der EU gefertigten Fahrräder produziert.

Die Hoffnungen der Fahrradhersteller ruhen derweil auf der Elektrifizierung des Drahtesels: „E-Bikes oder Pedelecs sind das zentrale Branchenthema“, so Burdack. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden im Jahr 2013 bereits 410.000 Elektrofahrräder verkauft. Das entspricht einem Marktanteil von elf Prozent und bedeutet Platz drei nach dem Trecking-Rad und dem City-Rad.
Der vollständige Artikel ist im Webangebot „Nationalatlas aktuell“ des IfL verfügbar. Auf http://aktuell.nationalatlas.de veröffentlicht das Institut regelmäßig Kartenbeiträge zu Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Alle Karten, Diagramme und Fotos sind dort online verfügbar und stehen zusätzlich als PDF-Dokumente zum Download bereit. Auf Wunsch können die Materialien in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen:
Volker Bode
Tel.: 0341 600 55-143
V_Bode@ifl-leipzig.de
http://aktuell.nationalatlas.de

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