Pressemitteilung Stadt Greifswald 

Projekt Diagonalquerung Platz der Freiheit_180810 (1,6 MB)

 

Verkehrsversuch an Europakreuzung zeigt: Umbau der Kreuzung möglich (Aktuell:14.11.2012)

Der Platz der Freiheit, umgangssprachlich auch Europakreuzung genannt, ist d e r Verkehrsknotenpunkt in Greifswald. Täglich passieren mehr als 32.000 Fahrzeuge, rund 14.000 Radfahrer und tausende Fußgänger den Bereich. Während der Fahrzeugverkehr verträglich fließen kann, müssen Fußgänger und Radfahrer an Ampeln längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Stadtverwaltung und Polizei stellten sich daher die Frage: Wie kann der Verkehrsablauf für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer verbessert werden? Deshalb wurde im Sommer ein zweimonatiger Verkehrsversuch gestartet. Jetzt liegt die Auswertung vor und es zeigt sich: Die Umgestaltung der gesamten Kreuzung könnte die Lösung sein. Kürzere Wegstrecken würden sich positiv auf die Umlaufzeit der Ampeln auswirken und damit Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer verringern.

Eine Teil-Lösung, nämlich eine bessere Wegführung für Radfahrer – dieses Ziel verfolgt auch eine mögliche Diagonalquerung. Durch sie könnten Fußgänger an den Überwegen entlastet und Unfälle zwischen Radfahrern und rechtsabbiegenden Kfz reduziert werden. Das Landesamt für Straßenbau- und Verkehr hatte einer solchen Diagonalquerung unter der Voraussetzung zugestimmt, dass eine Linksabbiegespur entfällt. Der Verkehrsversuch sollte unter anderem zeigen, ob das möglich ist.

Verkehrsversuch zeigt: 2. Linksabbiegerspur vom Hansering kann entfallen

Mit dem Verkehrsversuch wollte die Untere Verkehrsbehörde ermitteln, ob der Fahrzeugverkehr auch dann noch fließen kann, wenn eine Linksabbiegerspur vom  Hansering in die Wolgaster Straße wegfällt und ob es zu Rückstau kommt. Vom 2. Juli bis 31. August wurde darum eine der beiden Spuren gesperrt. Gleichzeitig wurde die Grünzeit der verbliebenen Spur von 20 auf 26 Sekunden verlängert.

Maßgebendes Bewertungskriterium war, wie viele Linksabbieger es schaffen, spätestens mit der 2. Grünphase die Kreuzung zu verlassen.

Die Auswertung des Versuchs hat nun gezeigt: Bis auf wenige Ausnahmen (Unfall) haben alle Fahrzeugführer spätestes beim 2. Grün die Kreuzung passiert. Das Fazit der Unteren Verkehrsbehörde lautet daher: Auch mit nur einer Linksabbiegespur ist ein qualitativ guter Verkehrsablauf ohne Rückstau gewährleistet.

Jedoch sollte die zweite Fahrspur (Einfädelungsspur) in der Wolgaster Straße aus Sicherheitsgründen beibehalten werden. Sie werde als Zufahrt für Grundstücke benötigt, die hinter der Kreuzung lägen.

Der Verkehrsversuch habe allerdings auch deutlich gemacht, dass zumindest in den Spitzenstunden der Verkehrsfluss geradeaus in Richtung Anklamer Straße problematisch war. Die Verkehrsbehörde empfiehlt hier, die Grünphase bei der künftigen Ampelregelung des Knotenpunktes zu verlängern.

Mitarbeiter der Polizei, des Stadtbauamtes sowie des Tiefbau- und Grünflächenamtes begleiteten den Versuch. Jeweils montags bis freitags wurde der Verkehr in den Spitzenzeiten von 7 bis 9 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr gezählt, fotografiert und dokumentiert. Hinzu kamen Stichproben zu anderen Zeiten. Ursprünglich sollte der Verkehrsversuch bis zum 31. Juli dauern, um jedoch Zweifel an der Repräsentativität auszuschließen, wurde die Sperrung über das Ende der Ferienzeit hinaus bis 31. August verlängert.